PRAXISTEST : "Bushbox" - der Mini-Hobo zum Mini-Preis

 

Hoboöfen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Von bushcraft essentials gibt es jetzt einen neuen Winzling,
der durch ein minimales Packmaß und Gewicht besticht. Ich hatte Gelegenheit den Ofen zu testen und will Euch
meine Erfahrungen nicht vorenthalten.

  

 

es wird ein Hobo - ganz sicher!
Sieht schlimm aus, geht aber ganz intuitiv - es wird ein echter Hobo.

Superleichtgewicht
Kleiner und leichter geht es kaum.

Es wird heiss!
Die seitliche Öffnung zum Nachlegen.

Das Wasser ist in Arbeit
Kaffewasser ist gleich fertig!

Vorab:
Der Hobo wird in einem kleinen Packbeutel mit einer kleinen "Bedienungsanleitung" geliefert. Die Edelstahlteile sind sauber verarbeitet, es gibt keinen Grat, Kanten liegen exakt aneinander. Nachdem der Ofen anfangs eher Ähnlichkeit mit einem Kartenspiel aufweist, gestaltet sich das Zusammenstecken doch recht einfach und geht intuitiv ohne Anleitung. Auf der Waage stehen dann tatsächlich 244 g Edelstahl. Im direkten Vergleich wirkt der Künzi schon wuchtig und bringt mit 530 g auch mehr als das doppelte Gewicht auf die Waage. Zusammengesteckt wirkt die Bushbox stabil, beim Hantieren lösen sich keine Verbindungen. Die Demontage erweist sich da schon als etwas hakiger, einige Steckverbindungen lösen sich recht schwer. Vermutlich wird das mit zunehmender Nutzung etwas leichter gehen.

Gebrauch:
Das Zusammenstecken des Hobos dauert etwa 1 Minute und geht sehr einfach. Man kann nichts verwechseln und keine Fehler machen. Gut durchdacht wirkt auch das kleine "Ascheblech", das die Hitzeabtrahlung nach unten deutlich reduziert. Nach dem ersten Gebrauch zeigte das Blech noch nicht einmal Anlassfarbe.
Ein Nachteil hat das Prinzip "Stecken" aber doch: Man hantiert immer wieder mit teilweise verrußten Teilen, schwarze Hände sind vorprogrammiert oder man benutzt Handschuhe. Da ist ein klappbarer Ofen angenehmer zu handhaben.

Die Größe des Ofen ist ausreichend für die Ein- bis Zweipersonenküche. Kleinere Töpfe stehen sicher auf der Bushbox, ob man zum Nachlegen den Topf anhebt oder die seitliche Öffnung nutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Der Hobo brennt gut, allerdings hatte ich einige male das Gefühl, das mit Topf die Rauchentwicklung deutlich größer war, weil wohl nicht genügend Sauerstoff zur Flamme kam. Insgesamt würde ich die Leistung als etwas geringer als beim Künzi einschätzen - völlig normal, da der Ofen ja auch deutlich kleiner ist. 0,7 Liter Wasser waren bei mir nach ca. 20 min am Kochen. In der Praxis kann man solche Messwerte aber getrost vergessen, da die Brennleistung von vielen Faktoren abhängt, wie z.B.
- Holzqualität und Feuchte
- Wetter, Wind
- gleichmäßiges Nachlegen in geringer Dosis

Durch das sehr geringe Gewicht und Packmaß ist die Bushbox uneingeschränkt rucksacktauglich. Kleiner und leichter geht es kaum. Auch als Zweit- oder Notkocher kann der Hobo immer dabei sein.
Diese Vorteile erkauft man sich allerdings durch ein Stecksystem, das ein Hantieren mit verrußten Teilen nötig macht. Gut, wenn man Handschuhe dabei hat oder man reinigt die Teile vor dem Zusammenlegen mit einem Lappen. Theoretisch brennt bei großer Hitze der Ofen innen auch völlig sauber, in der Praxis - besonders wenn das Holz noch etwas feucht ist - gibt es aber trotzdem immer wieder verrußte Flächen auf den Innenseiten. Das gilt allerdings für jeden Hobo.

Fazit
:
Ein sehr kleiner, sehr leichter Hobo, der in jeden Rucksack paßt - mit ausreichend Leistung für die kleine Küche. Der Preis von 29,- € ist ebenfalls unschlagbar günstig. Nachteilig ist das Stecken verschiedener Einzelteile und die bald ausgereizte Leistungsgrenze.

Technische Daten:
Packmaß: 115 x 95 x 5 mm
Höhe aufgebaut: 115 mm
Aufstellfläche Topf an Oberkante: 80 x 80 mm
Gewicht: 244 g
Lieferumfang: Kocher, Packbeutel, Bedienungsanleitung

Preis: 29,- €

Bezugsquelle:
www.bushcraft-essentials.com